Der RFJ Kärnten und der Villacher Jugendrat

Am 16. März teilt der RFJ Kärnten – wir verzichten hier auf die slowenische Bezeichnung, um den RFJ nicht in ein besseres Licht zu rücken – auf seiner Facebook Seite einen Beitrag von 5 Minuten Villach, in dem sich die Kandidat*innen zum Jugendrat 2017 vorstellen. Dem RFJ fällt nichts besseres ein, als sich über die offensichtlich nicht deutsch genug klingenden Namen einiger Kandidat*innen aufzuregen und nachdenklich zu fragen: „Spiegeln diese Kandidaten die Villacher Jugend wieder?“

Wir könnten diese Frage nun natürlich mit ja beantworten, denn warum sollten Jugendliche aus Villach eigentlich nicht die Villacher Jugend wiederspiegeln? Aber das wäre sinnlos, denn sich auf so eine Diskussion einzulassen würde bedeuten, die Frage des RFJ als normal durchgehen zu lassen. Das ist sie aber nicht. Denn der RFJ will hier etwas zum Kriterium für eine Jugendratswahl machen, das gar keines ist: Die Herkunft. Oder besser gesagt, die Herkunft die der RFJ annimmt. Denn eigentlich kennt der RFJ nur die Namen der Kandidat*innen und urteilt dann damit über ihre Qualifikation.

Besonders grotesk ist das alles, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, wie FPÖ und RFJ ständig nach mehr Integration rufen, diese aber gleichzeitig ganz offensichtlich ablehnen. Denn eigentlich müsste das engagieren in der Politik, gerade auf diesem Level, doch genau die Art von Integration sein, die man sich von rechter Seite so sehnsüchtig wünscht. Aber dem ist nicht so. Der RFJ wünscht sich offenbar so etwas wie das Abstimmungsprinzip für Wahlen – Dazu sagen wir entschieden Nein.

Für uns ist klar – Wer hier lebt soll hier auch mitbestimmen dürfen.

 

PS.: Zumindest hat die Meinung des RFJ keine große Wirkung auf die Kandidat*innen. So versicherte uns einer von ihnen auf Nachfrage, dass ihm das „ziemlich egal“ sei, denn gegenüber dem RFJ müsse man sich „für nichts rechtfertigen“. Gut so.