KSV LiLi wählen – Vota Communista

Unser Interview mit der Sprecherin des KSV LiLi, das wir im Vorfeld der ÖH-Wahlen geführt haben:

Hallo Frederike! Wie ist das jetzt eigentlich – bist du Spitzenkandidatin des KSV LiLi?

Hallo und danke für die Einladung. Als Gruppe, die für die ÖH Wahlen antritt, geben wir Interviews und nehmen an Diskussionen teil. Im Gegensatz zu den anderen wahlwerbenden Gruppen setzen wir aber nicht auf einen Personenwahlkampf, sondern wollen unsere Inhalte, die wir gemeinsam diskutieren und erarbeiten, in den Vordergrund stellen. Als Öffentlichkeitsarbeiterin schaue ich daher nicht von irgendwelchen Plakaten und mache banale Versprechungen.

Was unterscheidet den KSV LiLi von anderen linken Fraktionen und warum sollte man gerade den KSV LiLi wählen?

Wir sind aktuell Teil der linken ÖH Uni Wien. Unser Verständnis ist es, hier innerhalb der Vertretungen ein linksradikales Korrektiv zu sein, dass aus den Strukturen heraus die Gesellschaft beeinflusst und anderen Organisationen und Personen linke Politik ermöglicht. Wir sind die einzige Fraktion, die eine andere Koalition als eine linke klar ausschließt.

Welche konkreten Anliegen will der KSV LiLi in der ÖH durchsetzen?

Für uns ist völlig klar, dass die Universitäten nicht abgekoppelt von der Gesellschaft existieren. Um weiterhin die Möglichkeiten der ÖH für eine progressive Linke nutzen zu können, gilt es erst einmal das allgemeinpolitische Mandat verteidigen zu können. Nur so kann unser Anliegen umgesetzt werden eine laute, antifaschistische und feministische ÖH zu sein, die sich dem autoritären Backlash entgegenstemmt. Ein weiteres Thema, das wir angehen werden, ist die Barrierefreiheit an den Universitäten und Fachhochschulen. Einerseits ist es eine Schande, wie sozial selektiv die Hochschulen in Österreich immer noch sind. Andererseits trifft das besonders Menschen mit Beeinträtigungen. Da erscheint es uns als Farce, wenn unter Barrierefreiheit verstanden wird, dass gerade mal ein, zwei neue Aufzüge eingebaut werden. Es braucht deutlich größere unterstützende Programme.

In letzter Zeit werden gerade das allgemeinpolitische Mandat der ÖH, Studienplatzbegrenzungen und Studiengebühren zum Thema – Wie positioniert ihr euch da?

Die exzessive Überschreitung des allgemeinpolitischen Mandats gilt für uns weiterhin. Wir werden es gegen die Angriffe von rechts verteidigen. Gerade bei den von dir angesprochenen Verschärfungen der ohnehin schon existierenden Barrieren werden wir klar dagegenhalten. Bildungsinstitutionen sollten eigentlich Orte sein, an denen gesellschaftliche Partizipation gelernt und gelehrt wird. Stattdessen haben wir die neoliberale Universität, in der Bildung zum Unternehmen wird, kritische Inhalte verschwinden und der Mensch wegverwertet wird.

Auf der Uni macht sich ja das Phänomen der „gläsernen Decke“ besonders bemerkbar: die Mehrheit der Studierenden, aber nur eine sehr kleine Minderheit der Professor*innen sind weiblich. Der KSV LiLi versteht sich als feministisch – was heißt das für euch?

Es stimmt, an der Uni, wie überall sonst, macht sich auch bei der Arbeit eine eklatante Ungleichbehandlung bemerkbar. Es werden nicht nur umso weniger Frauen, je höher die Hirarchie, sie werden auch noch im Durchschnitt für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt. Das ist natürlich nicht hinnehmbar. Feminismus bedeutet für uns jedoch mehr, als nur die Gleichstellung der Frau am Arbeitsmarkt, auch wenn das ein Anliegen ist. Grundsätzlich geht es darum, dass Frauen Personen sind und sich als solche öffentlich, ohne Ansehen ihres Geschlechts und frei bewegen und äußern können müssen. Damit dies geschehen kann, müssen vielschichtige Hürden konforntiert werden, die im Wesentlichen durch patriarchale Strukturen und ökonomische Verhältnisse bedingt sind. Konkret beeinhalten Feministische Interventionen somit auch Forderungen nach umfassender körperlicher Selbstbestimmung, die immer wieder beschnitten und eingeschränkt wird; Forderungen nach kostenloser Kinderbetreuung, damit sich Frauen nicht zwischen Kind und Karriere entscheiden müssen; und Forderungen nach bildungspolitischen Reformen, die bereits in Kindergarten und Schule starren Geschlechterrollen entgegenwirken.

Bei der ÖH-Wahl vom 16. bis 18.Mai KSV LiLi wählen, Vota Communista!